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18.07.2008

Storchenjunge heben ab

Die Brutperiode der Weißstörche nähert sich ihrer Erfüllung - die jungen Störche werden jetzt überall flügge. Auch die zwei Jungen der "Internetstörche" in Vetschau/Spreewald üben bereits tüchtig und gebrauchen jeden Tag mehr ihre Flügel. Inzwischen hopsen sie nicht nur im Nest herum sondern heben mit kräftigen Flügelschlägen bereits 1 bis 3m über das Nest ab. Und heute, am Morgen des 18. Juli wagte einer der Jungstörche einen ersten kurzen Rundflug um den Horst, nachdem er am gestrigen Tag doch auf unliebsame Weise den ersten Abflug hatte. In den nächsten Tagen starten bald alle Jungen zu immer längeren Übungsflügen. Die ersten Ausflüge sind eine gefährliche Lebensphase der Jungstörche, denn noch sind sie ungeschickt, verpassen den Landeplatz, prallen gegen Hindernisse oder fliegen gefahrbringende Mittelspannungsmasten an.

Die Jungstörche sind von der Größe her bald nicht mehr von den Eltern zu unterscheiden. Die Jungen erreichen zum Ende der Nestzeit ein Gewicht, dass über dem der Elternstörche liegt. Diesen "Babyspeck" verlieren sie aber schnell, wenn die anstrengende Tage mit Flugübungen und immer weiteren Ausflügen in die Umgebung beginnen. Aber etwas unterscheidet die Jungstörche im ersten Lebensjahr deutlich von ihren Eltern: Die Schnäbel sind nicht rot gefärbt sondern verändern sich erst langsam von anfänglich schwarz über braunrötlich zum leuchtendem Rot eines erwachsenen Storches. Auch die Beine zeigen noch nicht das satte Rot der Altstörche. Momentan zeigen die Störche auch mal weiß gefärbte Beine. Steigen die Temperaturen über 30 °C und die Sonne scheint, dann bekalken sich die Störche ihre Beine mit ihrem Kot. Das schützt vor Überhitzung. Noch bis Mitte August, dann ist das Storchennest verweist. Wer also die Storchenfamilie noch einmal vor Ort im Nest beobachten möchte, muss sich mit einem Besuch des Weißstorch-Informationszentrum in Vetschau/Spreewald beeilen.

NABU-Projektleiter
Winfried Böhmer

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