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26.07.2002
Storchenjunge flügge - gefährlichster Lebensabschnitt beginnt
"Unsere" Jungstörche üben fleißig und heben mit kräftigen Flügelschlägen immmer höher vom Horst ab. In den nächsten Tagen starten sie zu ihrem ersten Rundflug um das Nest. Damit neigt sich die Brutperide der Störche ihrem Ende - die Jungstörche sind flügge. Die ersten Ausflüge sind eine gefährliche Lebensphase der Jungstörche, denn noch sind sie ungeschickt, verpassen den Landeplatz oder prallen gegen Hindernisse. Während der Flüge zu den Nahrungsbiotopen, zu den Sammelplätzen und während des Zuges fliegen sie häufig gefahrbringende Freileitungsmasten zur Rast oder zur Übernachtung an. Stromschlag auf Mittelspannungsmasten wird wieder vielen Störchen das Leben kosten. Der Stromschlag ist leider noch immer die häufigste Todesursache bei den Störchen und vielen Greifvogelarten.
Zum Glück hat der über Jahrzehnte von NABU-Mitgliedern geführte Kampf für Vogelschutzmaßnahmen an Freileitungen nun Früchte getragen. Das von Rot-Grün verabschiedete neue Bundesnaturschutzgesetz enthält einen Vogelschutzparagrafen. Demnach dürfen nur noch vogelfreundliche Masten errichtet werden und die vorhandenen gefährlichen Masten müssen innerhalb von 10 Jahren gesichert werden (siehe unter "Gefahren für Störche"). Zur Vertragsstaatenkonferenz im Herbst zu den ziehenden Vogelarten bleibt dieses deutsche Beispiel sicherlich nicht ohne Wirkung auf andere Länder.
Wir in Vetschau und mit uns die große Internetgemeinde von www.storchennest.de hoffen aber, dass "unsere" Jungstörche die ersten Ausflüge schadlos überstehen und noch bis Mitte August am Horst zu beobachten sind. Bis Ende August müssen sie dann fit für die lange Reise in die Winterquartiere nach Afrika sein.
W. Böhmer
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