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10.06.2003

Drei Storchenküken geschlüpft

Nach der regulären Brutzeit von 32 Tagen schlüpfte am 8. Juni das erste Storchenküken bei den Vetschauer Internetstörchen. Das zweite folgte am 9. Juni und das dritte am heutigen 10. Juni.

Die Storchenschützer sind happy. Sah es doch dieses Jahr lange so aus, als ob keine Brut zu Stande käme. Das Storchenpaar hatte sich am 24. April gefunden und erst am 8. Mai das erste Ei gelegt. "Das liegt zeitlich ziemlich im Grenzbereich. Weißstörche legen zwischen Anfang April bis zum 10. Mai die Eier. Danach lässt der Bruttrieb nach und nur selten kommt es noch Mitte Mai zu Gelegen.", so Winfried Böhmer von der NABU-Bundesarbeitsgruppe Weißstorchschutz. Das Gelege unserer Vetschauer Störche bestand aus vier Eiern, die im Abstand von zwei Tagen gelegt wurden. Für Spätbrüter sind Gelegestärken von drei oder vier Eiern typisch. Bei früher Eiablage werden meist fünf oder gar sechs Eier gelegt. Die Jungen schlüpfen im Abstand von ein bis zwei Tagen, da das Paar bereits am 9. Mai mit Brüten begann. Zu diesem Zeitpunkt befand sich erst ein Ei im Nest.

Für Besucher des Weißstorch-Informationszentrum beginnt jetzt die spannende Phase. Sie können die Aufzucht der Jungen per Kamera auf dem Bildschirm beobachten. Im Ausstellungsraum verfolgen die Gäste live das Geschehen im Storchenhorst. Auch im Internet ist unter www.storchennest.de ein Blick in die Storchen-Kinderstube erlaubt.
Die Frage, ob das Elternpaar genügend Futter für die hungrigen Klapperschnäbel herbeischaffen kann, beantwortet sich, wenn alle vier Küken geschlüpft sind. Die Nahrungsbiotope der Vetschauer Störche sind nicht ergiebig genug. Deshalb reduzierte das Storchenpaar die Zahl der Jungen in den letzten Jahren immer von fünf geschlüpften Küken auf drei. Die große Trockenzeit der letzten Wochen verschärfte die Futterknappheit dieses Jahr zusätzlich. In vielen Storchenhorsten der Lausitz warfen die Störche bereits Junge aus dem Nest. Ein typisches Anzeichen für Nahrungsmangel in den Biotopen. Der für die nächsten Tage angekündigte Regen lässt hoffen, dass sich die Nahrungssituation verbessert. Regenwürmer kommen dann an die Oberfläche und Schnecken kriechen aus ihren Verstecken. Dieses Kleingetier ist überlebenswichtig für die ganz jungen Storchenküken.

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