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24.04.2002

Antworten

Nach den Horstkämpfen mit Eiverlust fragen viele StorchenfreundInnen besorgt, wie es weitergeht und ob es noch zu einer erfolgreichen Brut kommen wird. Ja, wir sind davon überzeugt, dass "unsere" Störche erfolgreich Junge aufziehen werden. Das erste Paar hatte sehr früh den Horst besetzt und mit der Brut begonnen. Mit dem großen Schub der zurückkehrenden Störche aus Afrika Mitte April kam es vielerorts zu Rangeleien um Horste und Partner. Da unsere Störche nicht beringt sind, können wir nicht nachweisen, was bei dem Horstkampf am 18.04., der bis in die Nacht hinein anhielt, wirklich passiert ist. Von den 3 Eier "landeten" zwei am vorderen Nestrand und werden allmählich mit Nistmaterial überdeckt. Ein Ei liegt noch in der Nestmulde.
Am 21.04. wurde deutlich, dass das Paar nicht brütet. Mehrfach verließen beide Partnern den Horst. Brütende Störche verlassen nur bei massiven Störungen beide den Horst. Unsere Vermutung erhärtet sich, dass ein Partnerwechsel stattgefunden hat. Das Verhalten der jetzigen Partner am Horst und beim Nestbau deutet darauf hin, dass ein anderes Weibchen vom Horst Besitz ergriffen hat. Damit wäre auch erklärt, dass trotz häufiger Kopulation zunächst keine weiteren Eier gelegt werden.
Das neue Paar wird in einigen Tagen "seine" Eier legen. Ehe das neue Weibchen eigene Eier legen kann vergehen einige Tage. Wir können am Wochenende damit rechnen. Rätselhaft bleibt, wieso ein Ei in der Nestmulde belassen wurde. Bei der "feindlichen" Übernahme durch fremde Störche werden eigentlich alle Eier der Vorgänger hinausgeworfen. Das ein Ei vom ersten Gelege weiter bebrütet wird, wenn auch mit Unterbrechungen, ist auch für uns eine neue Erfahrung. Auf den Ausgang dieser Verhaltensweise dürfen wir alle gespannt sein. Dieser Vorgang ist auch wissenschaftlich von Bedeutung, da unseres Wissens ein solcher Fall noch nirgends beschrieben wurde.

Also verfolgen wir das Geschehen weiter mit Spannung.

Jungstörche werden im 3./4. Lebensjahr geschlechtsreif. Somit ist ausgeschlossen, dass die Jungen des Vorjahres zuerst das Nest besetzten. Aber die Vermutung liegt nahe, dass das erste Weibchen sehr jung war. Darauf deutet die ungewöhnliche Eiablage im Abstand von 3 Tagen hin. In der Regel legen die Störche alle 2 Tage ein Ei bis zu maximal 6 Stück. Die Eier haben in etwa die Größe von Gänseeiern, (73x51,8) mm, 110 g, Schalendicke 0,53 mm. Eier können bis in den Mai hinein gelegt und erfolgreich ausgebrütet werden.

Storchennistplätze gibt es in Brandenburg in Hülle und Fülle - mehr als das Doppelte gegenüber der Zahl an Brutpaaren. Auch in Vetschau stehen den Störchen zwei weitere Nisthilfen zur Verfügung.

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