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19.04.2004
Attacken und Weibchenwechsel im Storchenhorst
Noch am Samstag Morgen schien alles in schönster Ordnung. Das Weibchen hatte das zweite Ei gelegt und das Paar hatte mit dem Brüten begonnen. Allerdings hielt sich ein Fremdstorch in der Nähe auf und flog mehrfach den Horst an. Das Pärchen wehrte die Angriffe erfolgreich ab. Mitten in der Nacht gegen 1:30 Uhr kam es dann allerdings zu heftigen Attacken durch ein anderes Weibchen. Dabei wurden die Eier aus dem Nest geworfen und das erste Weibchen vertrieben. Vermutlich handelt es sich bei dem angreifenden Storch um das Weibchen des Vorjahres, welches den angestammten Horst zurück eroberte. Das neue Paar fand offensichtlich Gefallen aneinander und kopulierte häufig.
Solche Angriffe auf bereits besetzte Horste durch später zurückkehrende Störche sind gar nicht so selten. Die Horstbindung spielt dabei eine wichtige Rolle. Dabei setzen sich letztlich die Stärkeren durch. Genau das erleben wir bei dem Loburger Storchenpaar Prinzeßchen und Jonas. Prinzeßchen kommt immer spät aus Südafrika zurück, wenn sich Jonas bereits verpaart hat. Doch Prinzeßchen erkämpft sich ihren Horst und ihr Männchen jedes Mal zurück.
Bei den Vetschauer Störchen rechnen wir nun damit, dass das neue Paar nächste Woche mit der Eiablage beginnen und erfolgreich brüten wird. Da die Brutstörung sehr früh innerhalb der Storchen-Brutzeit erfolgte, hat das neue Paar noch genügend Zeit. Im letzten Jahr begann die Eiablage erst am 7. Mai, und die Jungen wurden trotzdem flügge und flogen aus.
Winfried Böhmer
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