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19.04.2002
Kämpfe mit Eiverlust
Am Donnerstag kam es wiederholt zu Angriffen eines Fremdstorches. Am Abend waren die Auseinandersetzungen so heftig, dass ein Ei an den Nestrand geriet. Dieses Ei wird damit für das Gelege verloren sein. Freitag früh lag kurzzeitig ein zweites Ei etwas außerhalb der Nestmulde, welches von den Störchen aber zurückgerollt wurde. Unklar ist momentan wie viele Eier noch im Nest liegen. Bitte helfen Sie bei der Beobachtung und teilen Sie dies im Gästebuch mit. Gegenwärtig treffen viele Störche aus den Winterquartieren in der Lausitz ein. Schlechtes Wetter hielt sie in der Türkei auf. Als Segelflieger benötigen die Störche eine gute Thermik zur Überwindung langer Strecken. Bei schlechtem Wetter rasten sie oder legen nur kurze Strecken zurück. Mit der Rückkehr der großen Masse der Brutstörche beginnen auch die Auseinandersetzungen um begehrte Horstplätze. Dies sind ganz natürlicher Vorgänge. So kann es durchaus sein, dass ein früherer Horstbesitzer verspätet eintrifft und dann um seinen ehemaligen Nistplatz kämpft.
Viele besorgte Zuschauer der Kämpfe baten darum, das am Nestrand liegende Ei wieder in die Nestmulde zurück zu legen. Doch wir vom Naturschutzbund greifen grundsätzlich nicht in das Geschehen im Horst ein. Von uns wird ausschließlich beobachtet. Nur so können wir wissenschaftliche Erkenntnisse ziehen. Außerdem ist zu bedenken: Bei einem Versuch das Ei wieder in die Nestmulde zu legen, würden wir das Storchenpaar vertreiben und das gesamte Gelege gefährden. Fremdstörche könnten die Situation nutzen und alle Eier hinauswerfen.
Winfried Böhmer NABU-Projektleiter
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