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31.05.2004
4. Küken geschlüpft
Fast rechnete schon niemand mehr damit, als am Pfingstmontag nachmittags doch ein weiteres Küken, das vierte schlüpfte. Die drei Ersten waren am 25., 26. und 27. Mai geschlüpft. Und nun mit 4 Tagen Abstand schlüpfte "Afri". Ein Ei liegt nun noch im Nest. Ob auch aus diesem noch ein Storchenküken schlüpfen wird. Wir dürfen gespannt sein.
Die Altstörche kümmern sich liebevoll um den Nachwuchs. Während ein Elternstorch ständig die Jungen umsorgt und schützt, ist der andere unterwegs auf Futtersuche. Jetzt gilt es Regenwürmer, Schnecken und Insekten für die noch kleinen Schnäbel zu sammeln. Aber bald brauchen die Jungen energiereichere Brocken wie Mäuse, Eidechsen oder Frösche. Erst wenn die Jungstörche weit genug entwickelt sind (etwa nach drei Wochen), fliegen beide Elternstörche zur Futtersuche. Der Futterbedarf wächst dann bei solch großer Familie bis zu 4 kg Futter am Tage an. Diese Mengen kann ein Storch allein nicht heranschaffen.
Ob alle Jungstörche gedeihen und flügge werden liegt nun in aller erster Linie an genügend, schnabelgerechtem Futter. Nur wenn die Altstörche ausreichend Nahrung im Umkreis bis zu 2000 m vom Horst finden, reicht es für alle Jungstörche.
In den meisten Storchenbiotopen Deutschlands finden die Störche nicht mehr genügend Nahrung. Regelmäßig verhungern dann Jungstörche oder die Altstörche werfen Junge aus dem Nest. Störche benötigen eine vielfältig strukturierte Landschaft mit Feldgehölzen, Tümpeln, Dauergrünland. Besonders schädlich wirkt sich eine intensive Landwirtschaft mit Einsatz von Giften oder genmanipulierten Pflanzen aus.
Zur Zeit ist sehr schön zu beobachten wie jeweils ein Elternstorch die Jungen hudert (wärmt) oder ihnen Schatten spendet, in dem er seine Flügel anwinkelt und sich wie ein Sonnenschirm positioniert. Wenn es noch heißer wird, bringen die Altstörche den Jungen auch Wasser.
Im Weißstorch-Informationszentrum können die Besucher täglich von 10 bis 17 Uhr die spannende Phase der Jungenaufzucht direkt am Bildschirm verfolgen. Im Ausstellungsraum verfolgen die Gäste live das Geschehen im Storchenhorst. Verschiedene Ausstellungen geben Einblick in das Leben der Weißstörche und die notwendigen Schutzmaßnahmen.
Winfried Böhmer NABU-Projektleiter
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