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03.11.2005

Kauf eines Biotops für die "Internetstörche"

Liebe StorchenfreundInnen,

der NABU-Regionalverband Calau will das wichtigste Nahrungsbiotop der Vetschauer Weißstörche vor der Zerstörung retten und die Flächen langfristig durch Kauf sichern. Das Biotop besteht aus Wasserflächen mit Inseln, einem Fließ sowie Gehölzschutzstreifen, Ödflächen und einem Trockenrasenstandort auf einem ausgedienten Bahndamm. Eine nicht mehr genutzte Brücke soll in ein Fledermausquartier umgewandelt werden. Den Flächenkauf streben wir seit Jahren an und deren Nutzung ist mit allen Behörden abgestimmt. Probleme bereiten zwei Flächen, die zu DDR-Zeiten vom Bergbau in Anspruch genommen aber nicht gekauft wurden. Mit den Alteigentümern kam der jetzige Flächenbesitzer, die Lausitz Mitteldeutsche Braunkohlenverwertungsgesellschaft (LMBV), noch nicht zu Potte. Um voran zu kommen, gingen wir jetzt in die Öffentlichkeit. Den Artikel der Lausitzer Rundschau können Sie unten lesen. Von Ihren Spenden liebe StorchenfreundInnen legten wir bereits einen Betrag für den Kauf dieser Flächen zurück. Wir kennen den Kaufbetrag noch nicht, werden aber mit Sicherheit weiter Spenden benötigen, um die Summe aufzubringen. Wir danken Ihnen für die Unterstützung des Storchenzentrums und wir rechnen fest mit Ihrer weiteren Hilfe.

Winfried Böhmer
NABU-Projektleiter

Artikel in der LR vom 15.10.05

Nabu will Störchen ein Biotop in Vetschau kaufen

Verhandlungen mit der LMBV stocken noch Vetschau. Wie reizvoll das Gebiet der Grubenwasserreinigungsanlage der Lausitzer und mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) im Herbst ist, das wissen die Störche in und um Vetschau nicht. Doch während ihres Sommerlagers finden sie dort leckeres Getier wie Mäuse und Lurche. Würde diese Anlage am Vetschauer Stadtrand in den Urzustand versetzt und verfüllt, ginge dieses Biotop für die Adebare und als Naherholungsgebiet für die Vetschauer verloren. Deshalb bemüht sich der Regionalverband Calau des Naturschutzbundes (Nabu) seit Jahren, diese Anlage zu kaufen - bislang aber vergeblich. Von Hannelore Kuschy

Zwei Jahre, nachdem der Naturschutzbund, Regionalverband Calau, Anfang der 90er-Jahre mit seinem Weißstorchinformationszentrum in das Haus in der Drebkauer Straße 2 eingezogen war, hat dort bereits der erste Storch genistet. Daran erinnert sich Nabu-Geschäftsführer Winfried Böhmer. Wir haben uns alle gewundert, sagt er. Schnell aber lag auf der Hand: Die Grubenwasserreinigungsanlage ganz in der Nähe war und ist das ideale Nahrungsbiotop für die Adebare.
Ursprünglich hätte es Bestrebungen gegeben, die Grubenwasserreinigungsanlage zu verfüllen, berichtet Winfried Böhmer. Die Folgen wären nach seiner Auffassung verheerend für die Störche und auch anderes Getier, das sich dort angesiedelt hat. Das Biotop wäre dann verloren. Außerdem, so sagt er, hätten sich dort wunderbare Gehölzschutzstreifen entwickelt. Seit sechs Jahren etwa ist der Nabu deshalb bemüht, dieses Gebiet zu erwerben. Mitte 2004 sei offiziell der Kaufantrag an die LMBV gestellt worden.
Doch auch wenn der Bergbau sich längst aus diesem Gebiet zurückgezogen hat, werde diese Anlage, an die sich das Vetschauer Mühlenfließ anschließt, noch mehrere Jahre gebraucht, sagt Jörg Lietze, Referent im Bereich Liegenschaften der LMBV. Denn über einen Filterbrunnen wird das Wasser gehoben und aufbereitet, um es dann in das Fließ abzugeben.
Nach Einschätzung von Winfried Böhmer sind sich jetzt aber der Nabu und alle zuständigen Behörden über einen Ankauf des Geländes einig. Nach Auffassung des Nabu wäre denkbar, das Becken 1 von den übrigen Flächen zu trennen und solange wie nötig als Grubenwasserreinigungsanlage zu betreiben. Damit würde sich auf großer Fläche die Wasserqualität verbessern. Das südliche und östliche Ufer der Becken 2 und 3 soll nach Nabu-Vorstellungen mit Angelnischen ausgestattet werden. Mit dem Anglerverband, führt Böhmer aus, soll ein Pachtvertrag für das dann interessante Angelgewässer abgeschlossen werden. Mit dem Erlös will der Nabu entstehende Unkosten decken. Die ehemalige Kohlebahnbrücke über dem Zulauf wäre nicht zurückzubauen, sondern als ideales Fledermausquartier umzunutzen. Sollte die LMBV den größten Teil der Grubenwasserreinigungsanlage zuschütten, hat der Nabu kein Interesse mehr an einem Kauf, betont Böhmer.
So uneinsichtig aber zeigt sich die LMBV offenbar nicht, denn: Wir sehen den Kaufantrag positiv, erklärt Jörg Lietzke. In einem schriftlichen Bescheid vom Dezember 2004 aber wird ein nicht unwesentliches Problem beim Namen genannt: Da sich zurzeit nicht alle Grundstücke im Eigentum der LMBV befinden, ist ein gesamter Verkauf der Grubenwasserreinigungsanlage noch nicht möglich. Wir sind bemüht, eine Klärung herbeizuführen. Wie Winfried Böhmer erklärt, könne es nur ein Ziel geben: Die LMBV kauft die Flächen der Eigentümer und übergibt sie dem Nabu. Der ist kürzlich von Vetschauern in seinem Kauf-Bestreben unterstützt worden. Beim Schlemmen für den guten Zweck im September in Vetschau kamen 175 Euro aus dem Erlös auch ihm zugute. Das Geld, so Böhmer, soll für den Kauf der LMBV-Anlage aufgehoben werden.
Die Grubenwasserreinigungsanlage in Vetschau ist der ideale Futterspender für die Internet-Störche. Nicht zuletzt deshalb strebt der Naturschutzbund an, dieses Biotop zu kaufen. Foto: R. Hottas


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