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08.03.2006
Einschleppung der Vogelgrippe durch Weißstörche äußerst unwahrscheinlich
Liebe StorchenfreundInnen, Zu dem o.g.Thema erreichte uns eine Information aus dem Michael-Otto-Institut im NABU und der Vogelschutzwarte in Loburg. Wir möchten Ihnen diese Information nicht vorenthalten und somit zu einer gewissen Aufklärung über evtl. Gefahren durch diese Krankheit beitragen.
Winfried Böhmer NABU-Projektleiter
NABU: Einschleppung der Vogelgrippe durch Weißstörche äußerst unwahrscheinlich Experten: Zugvögel nicht vorschnell zu Sündenböcken machen
Berlin Angesichts der aktuellen Risikobewertung zur Einschleppung des Vogelgrippevirus von Zugvögeln hat der Naturschutzbund NABU davor gewarnt, den Weißstorch vorschnell zum Sündenbock zu stempeln. "Die Wahrscheinlichkeit ist äußerst vor gering, dass sich Zugvögel wie der Weißstorch beim Rasten während des Vogelzugs infizieren", sagte NABU-Vogelschutzexperte Markus Nipkow. Es sei kaum zu erwarten, dass Weißstörche in der Türkei mit infiziertem Geflügel in Kontakt kämen. Das Zugverhalten des Wappenvogels des NABU sei sehr genau bekannt. So überquerte die am Storchenhof Loburg mit einem Satellitensender ausgestattete Störchin "Prinzesschen" die Türkei Anfang April vergangenen Jahres innerhalb von 10 Tagen, ein weiterer Storch durchkreuzte das Land in nur drei Tagen. "Zwischenstopps legen Weißstörche in der Regel abseits menschlicher Siedlungen ein und sie verhalten sich viel scheuer als hierzulande in ihren Brutgebieten", so Nipkow weiter.
Im Gegensatz zu gefährdetem Wassergeflügel wie Enten und Gänsen rasten Störche bevorzugt auf Feldern. Wie eine vom Michael-Otto-Institut im NABU erstellte Karte verdeutlicht, liegen die meisten bekannten Rastgebiete der Störche außerhalb der in der Türkei von der Vogelgrippe befallenen Provinzen. "Weltweit ist bislang noch kein einziger hoch pathogener Vogelgrippevirus bei Störchen nachgewiesen worden", betonte Nipkow. Entgegen vieler Befürchtungen ist die Krankheit bisher auch nirgendwo in den afrikanischen Überwinterungsgebieten aufgetreten. Dagegen macht die Ausbreitung in der Türkei - zu einer Jahreszeit, in der dort gar kein Vogelzug stattfindet - deutlich, dass andere Faktoren bei der Verbreitung der Viren im Spiel sein müssen. Die ersten Störche werden Anfang April zurückerwartet. Der NABU will Adebars Rückkehr weiterhin genau verfolgen und von den zurückgekehrten Störchen auch Kotproben analysieren. "Gibt es auch nur einen Verdacht auf ein mögliches infiziertes Tier wird das sofort bekannt. Dank der vielen Weißstorchschützer in Deutschland liegen über kaum eine zweite Vogelart so gute Informationen vor wie beim Weißstorch", so Nipkow. Die Karte zu aktuellen Rast- und Durchzugsgebieten des Weißstorchs in der Türkei ist im Internet zu finden unter www.NABU.de
Markus Nipkow NABU-Vogelschutzexperte Tel.: 02284036-155
Kai-Michael Thomsen NABU-Weißstorchexperte Tel.: 0162-9098072
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