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07.04.2006

Stromtod von Störchen

Liebe StorchenfreundInnen,

letztes Wochenende fand im bayrischen Muhr am See eine NABU-Tagung zum Stromtod von Vögeln statt. Die Pressemitteilung des NABU zu den Ergebnissen lege ich bei. Von mir dazu zwei Anmerkungen:

  1. Leider ist Stromschlag auch beim Weißstorch immer noch die häufigste Todesursache.
  2. Unser Kooperationspartner enviaM hat bereits viele Masten entschärft. Zum Pressegespräch am 29. März in Vetschau erklärten dazu die Vertreter von enviaM, dass alle gefährlichen Mittelspannungsmasten bis 2012 gesichert werden. Prima!

Mit dieser Zielstellung wird dem Stromtod endlich ein Ende bereitet und vom Bundesnaturschutzgesetz gesetzte Frist eingehalten.

Winfried Böhmer
NABU-Projektleiter

NABU fordert rasche Entschärfung gefährlicher Strommasten
Der Tod unzähliger Vögel ist vermeidbar

Von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt fallen jeden Tag unzählige Vögel gefährlichen Strommasten zum Opfer. "Es muss noch viel getan werden, um diesen unnötigen Aderlass zu stoppen", sagte NABU-Vogelschutzexperte Markus Nipkow am Ende eines gemeinsamen Kongresses vom Naturschutzbund NABU und dessen bayerischem Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) zum Thema "Stromtod von Vögeln" am vergangenen Wochenende. Nipkow kritisierte in diesem Zusammenhang vor allem die fehlenden Durchführungsbestimmungen auf Ebene der Bundesländer.

Seit April 2002 müssen neu zu errichtende Masten von Mittelspannungsleitungen so konstruiert sein, dass Vögel dort keine Stromschläge erleiden können. Bestehende Masten mit hohem Gefährdungspotenzial sind bis 2012 entsprechend zu entschärfen. Nachdem Naturschutzverbände jahrelang auf die Gefährlichkeit bestimmter Konstruktionstypen hingewiesen hatten, sei mit der Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes im April 2002 zwar juristisch ein Durchbruch erzielt worden, so Nipkow: "Die Umsetzung durch die Energieversorger kommt jedoch nur schleppend voran." Das gelte auch für Gefahrenquellen an Oberleitungsanlagen der Deutschen Bahn, die vom Gesetzgeber ausgeklammert blieben.

Bei der Entschärfung gefährlicher Strommasten gebe es auch regionale Fehlentwicklungen. So enthielten ausgerechnet die Empfehlungen des Verbandes der Netzbetreiber (VDN) zum Vogelschutz an Freileitungen viele ungeeignete Maßnahmen. Konkrete Verbesserungsvorschläge und der Dialog zwischen Vogelschützern, Netzbetreibern und Technikern standen daher auch im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Die Anzahl vogelgefährlicher Strommasten wird bundesweit auf 100.000 geschätzt. "Zwar sollte an den neuralgischsten Punkten mit der Entschärfung begonnen werden, doch das Naturschutzgesetz erlaubt keine Beschränkung auf einzelne Gebiete" betonte Nipkow. Die wegen ihrer Körpergröße besonders gefährdeten Störche und Greifvögel seien in Deutschland als Brut- oder Zugvögel nahezu flächendeckend anzutreffen. Die Zwischenbilanz nach vier Jahren zeige, dass Behörden, Energieversorger und die Bahn stärker als bisher Verantwortung übernehmen und die notwendigen Vogelschutzmaßnahmen jetzt zügig umsetzen müssten.

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