|
|
17.04.2006
Storchenpaar hat sich gefunden
Das "Lotterleben" von Cico ist vorbei.
Am Ostersamstag um 17 Uhr traf wohl endlich die "Richtige" Störchin am Vetschauer Storchenhorst ein. Sie wurde von Cico mit freudigem Klappern empfangen. Allerdings verhielt er sich genau so freudig bei bereits etlichen anderen Störchinnen. Cico besetzte am 29. März den Internet-Storchenhorst in Vetschau. Seit dieser Zeit "freundete" er sich mit verschiedenen Weibchen an und verpaarte sich mit allen. Cico genoss sein Singleleben und ließ dabei keine Chance ungenutzt. Seit seiner Ankunft "vernaschte" er mindestens fünf Weibchen, denen er einen kurzen Aufenthalt im Horst gewährte, jede aber danach mit Schnabelhieben davonjagte. Am 03. April glaubten alle Storchenfreunde bereits einmal fest daran, dass Cico eine feste Bindung eingegangen sei. Immerhin 16 Stunden war er mit einem Weibchen zusammen. Beide bauten am Horst, kopulierten sehr häufig und alles schien gut zu laufen. Doch dann verjagte Cico auch dieses Weibchen mit Schnabelhieben vom Nest. Das sich ein Storchenmännchen in Tagesabständen mit verschiedenen Weibchen verpaart, diese dann aber wieder vertreibt, ist ein bisher kaum beschriebenes Phänomen. Die große Storchenfan-Gemeinde darf nun gespannt sein, ob Cico diesmal beständig bleibt und mit der jetzigen Störchin erfolgreich brütet. Momentan deutet alles darauf hin: Drei Nächte verbrachten sie bereits gemeinsam im Horst, an dem sie eifrig herumwerkeln. In kurzen Abständen kopulieren sie. Beim Nestbau pickten die Störche heftig am Mikro herum und zerlegten dabei die äußere Hülle. Etwa 5 bis 10 Tage nach der Befruchtung beginnt die Eiablage. Drei bis fünf Eier werden in der Regel im Abstand von zwei Tagen gelegt. Nach 32 Tagen Brutzeit schlüpfen die Jungen. Nun kommen im Spreewald täglich Störche an und besetzen die zahlreichen Horste. Sie werden meist schon von der Dorfbevölkerung sehnsüchtig erwartet. Etwa 40 % der Horste sind aber erst besetzt, denn das Gros der Störche in der Niederlausitz trifft erst in den nächsten Tagen ein. Bis Ende April kommen immer noch Störche aus den Winterquartieren in Afrika an. Anfang Mai wird es für die letzten dann schon eng für eine erfolgreiche Brut. Der Bruttrieb lässt in der ersten Maidekade erheblich nach. Noch später eintreffende Störche brüten dann nicht mehr. Wer viel Wissenswertes über Störche erfahren möchte, der hat dazu Gelegenheit im Vetschauer Infozentrum, das von Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr geöffnet ist.
Winfried Böhmer NABU-Projektleiter
Zurück zur vorigen Seite
|
|