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23.08.2002
Internet-Storchenhorst verwaist
Die drei Jungen der "Internetstörche" in Vetschau/Spreewald verließen jetzt ihr Geburtsnest. Am Abend des 20.08. kamen letztmalig alle drei Jungstörche gemeinsam zur Übernachtung zum Horst und wurden auch noch einmal von den Altstörchen gefüttert. Am Abend des 21.08. tauchten nur noch zwei Jungstörche auf und übernachteten. Am frühen Morgen starteten sie vom Horst und kamen nicht mehr zurück. Jetzt lassen sich nur noch die Altstörche am Nestsehen. Bereits einige Tage zuvor dehnten die Storchenjungen die Flugübungen aus und blieben immer länger vom Nest weg. Diese suchen jetzt die Gesellschaft mit anderen Jungstörchen. An guten Futterstellen sind oftmals mehr als 100 Störche an einer Stelle zu beobachten. Ende August/Anfang September treten sie die weite Reise nach Afrika an. Erstaunlicherweise ziehen die Jungstörche früher ab als die Altstörche. Sie finden ihren Weg ohne Hilfe der Eltern. Weißstörche sind Segelflieger und benötigen eine gute Thermik für weite Flüge. Diese bildet sich aber nur über Land, weshalb die Störche bei ihrem Afrikaflug das offene Mittelmeer meiden. Die sogenannten "Ostzieher", zu denen auch die Brandenburger Störche gehören, fliegen deshalb über die Meerenge am Bosporus nach Süden. Viele von ihnen fliegen bis ans Kap der guten Hoffnung in Südafrika und legen dabei eine Strecke von 12.000 km zurück. Die westlich der Elbe lebenden Störche nehmen eine westliche Route und ziehen über Gibraltar nach Westafrika. Deshalb werden diese als Westzieher bezeichnet. Die Nester sehen jetzt wie eine ebene Plattform aus. Die Nestmulde wurde von den Altstörchen nach und nach aufgefüllt, der Nestrand von den Störchen heruntergetreten. So entstand ein idealer Abflug- und Landeplatz für die Jungstörche. Bevor das Brutpaar endgültig seinen Horst verlässt, machen sie diesen "winterfest". Dazu tragen sie häufig nochmals Äste und Erdklumpen ins Nest. Danach verlassen auch die Altstörche ihren Brutplatz und begeben sich auf die lange, gefahrvolle Reise.
Ein Besuch im Weißstorchenzentrum Vetschau lohnt auch nach der Abreise der Störche. Die Ausstellungen bleiben geöffnet. Außerdem zeigt ein Video die interessantesten Phasen der gesamten Brutperiode von der Ankunft des ersten Storches am 28. März, der Partnerwahl und dem Liebesspiel, der Eiablage, dem Schlüpfen und der Aufzucht der Jungen, die Kämpfe am Horst, die Flugübungen der Jungen und schließlich den Abflug. Das Bildarchiv auf der Internetseite "www.storchennest.de" enthält über 1.000 Fotos. Alle 10 Minuten wurde ein Bild von der Web-Kamera gespeichert.
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