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01.06.2006

Meto geschlüpft

Im Abstand von 5 Tagen schlüpfte am 01. Juni das 2. Storchenjunge. Diesmal pellte sich das Küken nicht wie sonst üblich in der Nacht aus dem Ei, sondern Vormittag um 9:38 Uhr. Das erste Küken wurde von der sorbisch/wendischen Kita-Gruppe aus Vetschau auf den Namen "Lenka" (sorbisch für Lea) getauft. Das jetzt geschlüpfte Küken erhält den Namen Meto (sorbisch für Matthias).

Da die Eier im Abstand von zwei Tagen gelegt wurden und bereits mit dem ersten Ei zu brüten begonnen wurde, schlüpfen nun auch die Küken in Abständen von Tagen. Allerdings ist der große Abstand von 5 Tagen zwischen dem Schlupf des ersten und zweiten Küken ungewöhnlich und nur damit zu erklären, dass das zweite Ei unbefruchtet ist. Der unterschiedliche Schlupftermin hat unter Umständen harte Konsequenzen für die Entwicklung der zuletzt schlüpfenden Küken. Finden die Altstörche genügend Futter, wachsen auch die Jüngeren schnell heran und bald sind keine Größenunterschiede mehr zu erkennen. In unserer intensiv genutzten Landschaft finden aber viele Storchenpaare nicht genügend Nahrungstiere. Das hat zur Folge, dass dann die Brut dramatisch verläuft. Die Jüngsten bleiben in der Entwicklung zurück und werden schließlich von den Altstörchen abgeworfen. Das ist eine biologische Notwendigkeit, um für die verbleibenden Jungstörche ein schnelles Wachstum zu sichern. In nur 2 ½ Monate, also bis Mitte August, müssen die Jungstörche flügge sein, damit sie Ende August/Anfang September den Flug in die Winterquartiere antreten können. Ein Storchenpaar mit drei Jungen benötigt in einer Saison etwa 5 Zentner Futter. Wenn wir wollen, dass die Storchenpaare 3 bis 5 Junge aufziehen, dann müssen wir für entsprechende Nahrungsbiotope sorgen, d.h., Feuchtgebiete erhalten und neu anlegen, Wasser wo irgend möglich in der Landschaft zurückhalten, Flächen als Dauergrünland nutzen und Luzerne anbauen, den Einsatz von Pestiziden und Insektiziden vermeiden und keine gentechnisch veränderte Pflanzen anbauen.

Winfried Böhmer
NABU-Projektleiter

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