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05.06.2006

Dramatische Vorgänge und Rettungsaktion am Pfingstsamstag

Am Pfingstsamstag, den 3 Juni überstürzten sich die Ereignisse im Horst der Vetschauer "Internetstörche". Am Vormittag trat ein Altstorch versehentlich so heftig auf den Kopf Lenka, dem älteren Küken, das es Stunden später verstarb. Die Altstörche ließen das tote Küken in der Nestmulde liegen. Am Nachmittag brachte ein Altstorch eine Schlange als Futter. Meto, das verbliebene Küken, schnappte sich ein Ende und versucht die Schlange zu schlucken. Der Altstorch schüttelte die Schlange und schleuderte dabei Meto an den Rand des Horstes. Dort lag er nun und kam nicht mit eigenen Kräften zurück in die Nestmulde. Und beide Altstörche zeigten ein typisches, wenn auch unverständliches Verhalten: Sie kümmerten sich nicht um den Jungstorch und dessen Kräfte ließen zunehmend nach. Bei den vielen Internetbeobachtern brach Entsetzen aus und sie schlugen Alarm bei Winfried Böhmer, dem NABU-Projektleiter. Dieser schrieb im Internetforum: "Das ist wirklich ein dramatischer Vorgang, der so zu befürchten, kein gutes Ende nimmt. Wir wissen aus vielen Beobachtungen, dass die Störche ihren Horst in zwei unterschiedliche Bereiche einteilen. Nur das Geschehen im inneren, weich gepolsterten Teil findet Beachtung. Alles was weiter entfernt vom Horstzentrum geschieht ist ohne Interesse.".

Da nur noch dieses eine Küken lebte und sich nicht mehr regte, entschied der Projektleiter, die Vetschauer Feuerwehr um Hilfe zu bitten. Und diese kam prompt: Der Wehrleiter entschied unbürokratisch die Drehleiter zu schicken. Die Kameraden Boemack, Schanze und Braune waren schnell am Storchenzentrum. Der anwesende Altstorch schaute sehr verdutzt als zwei Männer am Horstrand auftauchten und flog erst sehr spät weg. Das tote Küken wurde herausgenommen, das am Rand liegende, bereits sehr unterkühlte, in die Nestmulde gelegt. Kaum war die Leiter abgesenkt kam der Storch zurück und huderte das Küken. Die Internet-Storchenfans aus aller Welt verfolgten die ganze Aktion mit Bangen und Hoffen. Die Hoffnung nahm zu, als von Meto ein Piepsen zu hören war und er bei der Fütterung wieder ordentlich zulangte. Am Sonntag war Meto wieder fidel. Die ganze Aktion war eine wunderbare Zusammenarbeit von Storchenfans, die die gefährliche Situation meldeten, dem Storchenzentrum, das sich in dieser einmaligen Ausnahmesituation für das Eingreifen entschied, und der Vetschauer Feuerwehr, die sofort nach Anforderung Hilfe leistete. Allen ein ganz herzliches DANKESCHÖN. Möge Meto zu einem kräftigen Storch heranwachsen!

Winfried Böhmer
NABU-Projektleiter

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