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26.06.2006

Aufgaben des Weißstorch-Informationszentrums Vetschau und was es leisten kann

Das Weißstorch-Informationszentrum der Niederlausitz in Vetschau/Spreewald ist eine Einrichtung des Naturschutzbundes Deutschland. Träger ist der NABU-Regionalverband Calau. Wie der Name bereits sagt, handelt es sich um ein Informationszentrum, nicht um eine Pflege- oder Zuchtstation. Umweltbildung mit Informationen zur Lebensweise der Weißstörche und die notwendigen Schutzmaßnahmen zu deren Erhaltung stehen im Mittelpunkt. Darüber hinaus unterrichten wir über Naturschutzmaßnahmen in Haus, Hof und Garten. Darauf sind unsere Ausstellungen, unsere Öffentlichkeitsarbeit und die Internetpräsentationen ausgerichtet. Die durchgehende Öffnung der Einrichtung ermöglicht es, Kinder- und Schülergruppen, Reisegruppen und individuellen Besuchern des Spreewaldes sich hier umfassend zu informieren. Und natürlich können sie hier einen Blick in das Storchennest per Videokamera werfen. Hinsichtlich des Storchenhorstes erlauben weder das Naturschutzgesetz noch unsere Genehmigung zum Filmen den Eingriff in den Horst selbst. Sie ist auf die störungsfreie Beobachtung beschränkt. Ein verletzter Storch außerhalb eines Horstes wird natürlich zur Behandlung und Pflege gebracht. Die diesjährige Hilfsaktion für Meto oder die Adoption von Hugo waren absolute Grenzfälle wo es um die Rettung von Storchenküken ging, die ansonsten zu 100% dem Tode geweiht gewesen wären. Das Storchenzentrum als NABU- Einrichtung ist naturgemäß auch Anlaufpunkt für alle sonstigen Probleme des Naturschutzes. Das reicht von jungen und verletzten Tieren die gebracht werden, über Anfragen zu Nisthilfen bis hin zu Literaturangeboten.

Hier erhalten die Weißstorchbetreuer der Niederlausitz Anleitung für ihre Arbeit, hier werden Nisthilfen bereitgestellt u.s.w. Die Erkenntnisse aus der Beobachtung unseres Storchenpaares werden regelmäßig veröffentlicht und bei Storchentagungen vorgestellt. Herr Böhmer als Mitglied der NABU-Bundesarbeitsgruppen "Weißstorchschutz" und "Stromtod" lässt die Erkenntnisse unmittelbar in die Arbeit dieser Gremien einfließen.

Die personelle Besetzung für das Storchenzentrum ist äußerst prekär. Alle NABU-Mitglieder arbeiten ehrenamtlich. Durch das Ausscheiden mehrerer Aktiver fehlte ein Geschäftsführer. Herr Böhmer übernahm zusätzlich zur NABU-Projektleitung für die Internetpräsentation deshalb auch die Geschäftsführung für den Verein. Er beantragt ABM-Maßnahmen, leitet die Arbeitskräfte für die Führungen im Haus an, schreibt die Pressemitteilungen u.a. Da er viele weitere Funktionen inne hat wie den Fraktionsvorsitz der Bündnisgrünen im Kreistag oder als Mitglied des Braunkohlenausschusses Brandenburgs, sind die Möglichkeiten des Storchenzentrums an der Grenze des Machbaren angekommen.

Winfried Böhmer
NABU-Projektleiter

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