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26.03.2007

Storchengeklapper im Horst

24. März 11:16 Uhr: Ein Storch am Vetschauer Himmel. Zielstrebig fliegt er Richtung Storchenzentrum - leichtes Flügelrauschen - Landung direkt auf dem Horst. Sofort legt er den Kopf auf den Rücken und klappert ausgiebig, als wollte er uns sagen: "Nach langem Flug bin ich endlich aus Afrika zurück. Ich bringe euch den Frühling und Glück".

Winfried Böhmer, der NABU-Projektleiter, wird von Usern und Anwohnern informiert und eilt schnellstens zum Storchenzentrum , um das Geschehen zu beobachten:  Wie verhält er sich? Kennt er sich hier aus oder sitzt da ein Storch, der nur eine Rast einlegt und bald weiterfliegt? Trägt er einen Ring? Nein, einen Ring trägt er nicht! Aber er verhält sich sehr besitzergreifend und scheint sich hier auszukennen. Es könnte Cico sein, aber sicher ist das nicht zu bestimmen. Auch kann Winfried nicht sagen, ob es ein Männchen oder ein Weibchen ist. In der Regel besetzen zwar die Männchen zuerst die Horste, aber das kann auch anders sein. Erst wenn der Partner eintrifft, können Männchen und Weibchen unterschieden werden: Die Männchen sind größer und kräftiger. So zeitig im Jahr traf noch nie ein Storch in Vetschau ein. Der früheste Ankunftstermin am "Internethorst" war bisher an einem 28. März im Jahr 2000.

Der Vetschauer "Internethorst" scheint unter den Störchen sehr begehrt zu sein. Der Horst wird seit Jahren zeitig besetzt und oft von mehreren Störchen umkämpft. In den nächsten Tagen kehren immer mehr Störche aus den Winterquartieren zurück und streiten dann um die besten Reviere. Bis Mitte April sind in der Lausitz die meisten Horste besetzt. Nachzügler lassen sich allerdings bis in die ersten Maitage Zeit. Die Ankunftszeit hängt vom Wetter auf den Zugwegen ab. Sie sind Segelflieger und benötigen für lange Strecken eine gute Thermik.

Jedes Jahr verfolgen die tausenden Storchenfans mit Spannung, ob und wann der Horst besetzt wird. Zweifel kommen immer wieder auf: Ist "unseren" Störchen auch nichts passiert? Schließlich lauern viele Gefahren auf dem langen Zugweg. Wird sich denn überhaupt wieder ein Storchenpaar einfinden? Schließlich können die Störche zwischen vielen Nistplätzen wählen. Mehr als doppelt so viele Nisthilfen als Storchenpaare existieren in unserer Region.

Seit dem 15. März ist am Vetschauer Storchenhorst alles für den Empfang bereit: Die Kamera vom 12m entfernten Mast blickt in das Nest. Unmittelbar am Nest nimmt ein neues Mikrofon die Geräusche auf. Bild und Ton können im Besucherraum des Storchenzentrums und im Internet live verfolgt werden. Das Storchen-Informationszentrum ist für Besucher jetzt von Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen jeweils von 10:00 - 17:00 Uhr geöffnet; bei vorheriger Anmeldung auch außerhalb dieser Zeit.

Winfried Böhmer
NABU-Projektleiter

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