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08.05.2007
Tag der offenen Tür im Weißstorch-Informationszentrum
Längst haben sich "Cico" und "Luna" an das jährliche bunte Treiben unter ihrem rund zehn Meter hohen Storchennest gewöhnt. Im Grunde sind die berühmten Vetschauer Internetstörche für den Besucheransturm ja irgendwie auch "mitverantwortlich". Hatten am Freitag noch Gäste aus dem fernen Massachusetts (USA) vorbeigeschaut, so waren es am Samstag eher nationale Besucher, die zum "Tag der offenen Tür" in das Weißstorch-Informationszentrum pilgerten.
Eine weite Anreise hatte Klaus Ziegler, der auf seiner Suzuki aus der Hansestadt Hamburg nach Vetschau kam. "Mein Chef hatte aufgrund der soliden Geschäftsentwicklung das Weihnachtsgeld aufgestockt und damit meine erstmalige Reise in den Spreewald ermöglicht", erzählte der 53-Jährige. "Störche faszinieren mich. Ich wollte schon immer mal den Vetschauer Störchen einen Besuch abstatten, die ich schon seit vielen Jahren im Internet beobachte", begründete er den Wochenendtrip von der Alster in die Lausitz. Während sich Klaus Ziegler mit einem bereitgestellten Fahrrad, dem NABU-Geschäftsführer Winfried Böhmer und weiteren zwei Dutzend Naturfreunden auf eine Radwanderung zu den Storchenhorsten begab, sorgten sich Freunde des Storchenzentrums um alle anderen Besucher, die durch die "offene Tür" hereingekommen waren. Ausdauer und handwerkliches Geschick bewies Ursula Voss, die sich aus gebohrten Hölzern und zurechtgeschnittenem Schilf ein Insektenhotel zusammenpuzzelte. "Richtfest ist dann in meinem Garten", berichtete die geduldige Vetschauerin. In unmittelbarer Nachbarschaft gaben Siegbert Jank und Jürgen Jentsch umfassende Beratung beim Bau eines Weidenkorbes für Storchenhorste. Insbesondere junge Natur- und Vogelfreunde waren für das Einflechten der Weidenruten zu begeistern. "Zu genau muss das gar nicht sein", machte NABU- Regionalverbands-Chef Jürgen Jentsch den kleinen Baumeistern Mut, "das Storchenpärchen soll ja schließlich auch noch was tun." Dass Adebars Heim auch für andere gefiederte Freunde interessant ist, berichteten die nach drei Stunden zurückgekehrten Storchenhorst-Beobachter. Da hat doch tatsächlich ein Fischadlerpärchen ein Storchendomizil in Beschlag genommen, erzählten sie aufgeregt. Glücklich waren sie auch, dass sie an diesem sonnigen Tag Singschwäne, Rotmilan, Kraniche und sogar Beutelmeisen und ihre Behausung durch ihre Ferngläser erspähen konnten. Auf die außergewöhnlichen und selten zu findenden Nester der Beutelmeisen hatten Johanna und Richard Sambale hingewiesen. Das Seniorenehepaar ist oft mit den Fahrrädern und offenen Augen in der Region unterwegs. Auch für ihren Besuch im Weißstorch-Informationszentrum und der Exkursion zu den Storchenhorsten hatten sie sich auf ihre Fahrräder geschwungen und sind von Calau nach Vetschau gestrampelt. "Die meisten Horste sind besetzt, es gibt aber auch noch Lücken", resümierte Winfried Böhmer. Für Storchenfreunde, die am "Tag der offenen Tür" keine Zeit hatten, empfiehlt er, die Tour aus eigenem Antrieb heraus zu unternehmen. "In unserem informativen Exkursionsführer finden sie Wissenswertes rund um den Storch und eine detaillierte Route die sie zu den bekanntesten Horsten der Region führt", so der Geschäftsführer des NABU-Regionalverbandes Calau. "Wir können diese Tour nur empfehlen", betonten die Sambales aus Calau und Hanseat Klaus Ziegler schwärmte schließlich: "Ich habe Dinge erfahren, die ich vorher nicht wusste. Meinen Kollegen werde ich von dem Ausflug berichten und eine Reise in den Spreewald empfehlen."
Uwe Hegewald
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