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22.06.2007
Chess, Mila und Gwen erhalten Ringe
Am Donnerstag, den 28. Juni, gegen 9 Uhr werden "unsere" Jungstörche Chess, Mila und Gwen beringt. Die Beringung nimmt Frau Katharina Illig aus Luckau vor. Sie hat große Erfahrung und die Zulassung zum Beringen. Die erforderliche Hebetechnik stellt enviaM bereit.
Interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste des Spreewaldes sind herzlich eingeladen, diese Aktion direkt im Weißstorch-Informationszentrum der Niederlausitz in Vetschau/Spreewald mit zu erleben. Im Internet kann die Beringung ebenfalls live verfolgt werden. Die Beringung erfolgt, damit die Tiere jederzeit identifiziert werden können. Damit lässt sich beispielsweise ermitteln, wann sie wo brüten oder wie alt sie werden. Oft besteht die in der Bevölkerung die Sorge, dass die Jungen aus dem Nest springen könnten oder die Altstörche die Jungen verlassen. All das ist nicht zu befürchten. Im Falle einer drohenden Gefahr, so auch beim Erscheinen eines Beringers, drücken sich die Jungen spontan flach in die Nestmulde und verharren bewegungslos, Kopf und Hals vorgestreckt. Dieses angeborene Verhalten, die Akinese, täuscht den Verlust der Bewegungsfähigkeit bzw. den Tod vor und bietet den geringsten Anreiz für Feindseligkeiten. Bei der Beringung der Jungstörche in den Vorjahren war dieses Verhalten ausgezeichnet zu beobachten. Problemlos erhielten sie den Ring angelegt. Innerhalb von 15 Minuten war die ganze Aktion erledigt. Die Starre der Jungen löste sich nach 20 Minuten. Die Altstörche waren zur Futtersuche und bemerkten die Vorgänge an ihrem Horst überhaupt nicht. Auch in solchen Fällen, wenn die Altstörche kurzzeitig gestört werden, ist deren Bindung zu ihren Jungen so stark, dass sie nach kurzer Zeit zurück kehren.
Wie bereits in den Vorjahren kommt der neue ELSA-Ringart zum Einsatz. An diesen Plastringen setzt sich weniger Harnsäure beim Bekalken der Beine ab und bei Feuchtigkeit lösen sich eventuelle Verklebungen. Damit kann oberhalb des Intertersalgelenks beringt werden, nicht wie bisher am Fuß. Diese Oben-Beringung hat den großen Vorteil, dass der Ring besser am Storch zu erkennen ist. Die Ringnummer kann dann problemlos mit einem guten Fernglas abgelesen werden.
Winfried Böhmer NABU-Projektleiter
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