Storchensaison 2016

Das Storchennest in Vetschau / Spreewald im Detail

Moderator: Storchenzentrum

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stiloangi
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Re: Storchensaison 2016

Beitragvon stiloangi » Mo 25. Apr 2016, 04:46

Storchenzentrum hat geschrieben:Hallo Tosi47,

jedes Jahr haben wir diese Diskussion über die Nestpflege auch bei unseren Storchenverantwortlichen im Nabu.
Da gehen ebenfalls die Meinungen auseinander von "bereitet das Nest kameragerecht auf!" bis "Lasst doch der Natur freien Lauf, wir sind kein Tierpark!" Es gibt genügend Beispiele im Spreewald, wo Störche nach mehreren Jahren verwaiste, bewachsene Horste besiedelt haben und erfolgreich brüten. Auch frisch renovierte Horste wurden schon mehrere Jahre nicht angeflogen. Der Einfluss darauf ist sehr gering. Wir haben abgestimmt und uns entschieden, es so zu belassen, wie es ist. Tut mir leid, daß Sie es anders sehen. Die Standsicherheit ist nicht gefährdet.
Im Herbst beim Abbau der Kamera werden wir aber Hand anlegen und Horstpflege betreiben, Schrauben nachziehen etc.
Wir wenden viel mehr Energie im "Hinterland" auf, um die Nahrungsgrundlage der Störche zu erhalten. Auch bei uns hat der Maiswahnsinn um sich gegriffen und bereitet massiv Probleme. Das sind die Fronten, an denen wir kämpfen! Dafür brauchen wir Unterstützung, auch um die Flächen zu kaufen. Wir sind da dran.

Gruss Stefan


Bestes Beispiel, dass nicht der Zustand des Horstes ausschlaggebend für eine Niederlassung der Störche, sondern der Standort sein kann, ist wohl die nur wenige Meter entfernte Nisthilfe auf dem Dach des Storchenzentrums. Völlig frei von Bewuchs. Der alte Cico hatte sich damals das jetzige Nest ausgewählt, warum auch immer. Es war eigentlich nur als Demoobjekt über Freileitungen gedacht.... Und nun, wo viele Storchennester in der Umgebung leergeblieben sind, weichen die Störche lieber auf Nester aus, die außerhalb der Stadt liegen.

Außerdem hatte @aperitif noch ein wichtiges Argument gebracht: Es fehlt ein langjähriges Storchenpaar mit Horstbindung zu diesem Standort.

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Im Herbst erfolgt also die planmäßige Wartung des Nestes, wie früher sicher auch mit der Spitzhacke.

Zum Glück können wir nach Raddusch ausweichen, ein Nest im Spreewald, welches auch nicht jedes Jahr besetzt war.

http://www.storchennest-raddusch.de/

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Re: Storchensaison 2016

Beitragvon C1 » Mi 27. Apr 2016, 21:07

stiloangi hat geschrieben:
Storchenzentrum hat geschrieben:Hallo Tosi47,

jedes Jahr haben wir diese Diskussion über die Nestpflege auch bei unseren Storchenverantwortlichen im Nabu.

Außerdem hatte @aperitif noch ein wichtiges Argument gebracht: Es fehlt ein langjähriges Storchenpaar mit Horstbindung zu diesem Standort .

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Im Herbst erfolgt also die planmäßige Wartung des Nestes, wie früher sicher auch mit der Spitzhacke.

Zum Glück können wir nach Raddusch ausweichen, ein Nest im Spreewald, welches auch nicht jedes Jahr besetzt war.

http://www.storchennest-raddusch.de/


Eine sog. Horstbindung erfolgte vom 6.8.2014 bis 8.8.2014 im Nest von Vetschau.

Video (und weitere kann man aufrufen)

https://www.youtube.com/watch?v=KVFLsvBvMAQ
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Re: Storchensaison 2016

Beitragvon stiloangi » Do 28. Apr 2016, 06:10

.....wenn Einer der Beiden oder gar Beide nicht hier angekommen sind? Und von langjährig kann wohl auch nicht gesprochen werden.

Was wissen wir denn von den Störchen, die sich hier niederlassen oder kurz vorbeischauen, sie also im Kamerabereich sind, sonst noch?

Wo haben sie noch ein Nest, in dem sie schon Junge großgezogen haben,es in den Folgejahren aber nicht verteidigen konnten!? Vielleicht erfolgten Partnerwechsel, gab es Unfälle usw. usf.

Doch das Alles kommt bei Dir sowieso nicht mehr an, scheint doch schon Altersstarrsinn zu sein.

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Re: Storchensaison 2016

Beitragvon stiloangi » Do 28. Apr 2016, 13:11

stiloangi hat geschrieben:
aperitif hat geschrieben:....
eindeutig ist hier gar nix, eindeutig wäre nur eine Identifizierung über den Ring, den es aber nicht gibt...


Das denke ich auch. Anders kann es sein, wenn man die Störche tagtäglich in der Natur beobachtet und ihre Verhaltensweisen genau kennt oder sie andere Merkmale wie ein fehlendes Schnabelteil oder dauerhaftes Hinken
kennzeichnet.

Das Storchenpaar selbst in den Videoaufzeichnungen auseinander zu halten gelingt mit Sicherheit bei der Paarung, ansonsten z.B. auch durch außergewöhnliche Größenunterschiede, wie vor einigen Jahren, als mehrere Jahre ein Langbein Cico das Nest beherrschte :wink:


Ich möchte hier noch etwas ergänzen, die Ausführungen von CICONIA-Horst, hier von @skippy für uns bewahrt, erklären sehr gut, wie man evtl. noch ein Storchenpaar als männlich und weiblich identifizieren kann- allerdings nicht unbedingt bei der Paarung :wink: . Insofern möchte ich mich korrigieren.

skippy hat geschrieben:DIE KONTURLINIE

Die Unterscheidung der Storchenindividuen eines Storchenpaares. WER ist WER?
Die Geschlechter beim Weißstorch besitzen in ihrem Habitus und schlichtem Federkleid keine signifikanten Merkmale, an denen sie unterschieden werden könnten, ganz im Unterschied zu zahlreichen anderen Vögeln, wo die Männchen meist ein buntes Federkleid tragen. Alljährlich herrscht über das Geschlecht des Erstankömmlings am Horst großes Rätselraten, wenn er nicht gerade beringt ist. Macht er einen großen kräftigen Eindruck und hat dazu noch einen großen Schnabel, wird er als männlich eingestuft, ganz nach der alten Mär, dass die Männchen zuerst am Horst erscheinen. Doch nur all zu oft ist es umgekehrt und die Weibchen erscheinen zuerst am Horst, und sie müssen nicht immer den kleineren Schnabel und kleineren Habitus besitzen, nämlich dann, wenn sie mit einem noch recht jungen Storchenhahn verpaart sind.

Um die Individuen eines Paares unterscheiden zu können, gibt es eine Unterscheidungshilfe: der Verlauf bzw. die Verlaufsform der Konturlinie zwischen dem weißen Deckgefieder und den schwarzen Schwingen am angelegten Flügel. Sie zeigt individuelle Ausprägung und oft auch markante Merkmale, an denen sich die Individuen eines Paares unterscheiden lassen. Allerdings bleibt die Form der Konturlinie über die Zeit nicht konstant, sondern verändert sich durch die Abnutzung der Federfahnen und durch den Mauserzyklus. Selbst an demselben Storch gleichen sich die Konturlinien des rechten und linken Flügels nicht vollständig.

Durch Vergleich der Konturlinien des einen Partners mit der Konturlinie des anderen Partners lassen sich die Individuen bestimmen und unterscheiden. Kann man beobachten (wie z. B. bei den Storchen-Cams), welches Individuum bei der Kopulation den Partner besteigt, so ist das (aber nicht immer!!) der Storchenhahn. Kann man beobachten, welcher der Partner das Ei legt, so ist damit hundertprozentig das Geschlecht bestimmt, und Storch und Störchin können nun an Hand ihrer Konturlinien auseinander gehalten werden.



aus:

http://www.storchennest.de/phpBB/viewtopic.php?f=4&t=1061

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Re: Storchensaison 2016

Beitragvon C1 » Do 28. Apr 2016, 14:05

kein Kommentar!
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Re: Durchblick verloren!?

Beitragvon stiloangi » Do 28. Apr 2016, 16:17

Oh das tut mir leid!

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Re: Durchblick verloren!?

Beitragvon C1 » Do 28. Apr 2016, 16:43

stiloangi hat geschrieben:Oh das tut mir leid!


Entschuldigung angenommen! :wink:
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Re: Storchensaison 2016

Beitragvon stiloangi » Fr 29. Apr 2016, 05:24

Schade, hier ist der Fremdstorch aus Raddusch auch nicht gelandet....

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Re: Storchensaison 2016

Beitragvon aperitif » Mo 2. Mai 2016, 20:10

Und wer es immer noch nicht glauben mag, dass auch ausgeprägter Grasbewuchs kein Hinderungsgrund bei der Horstwahl ist, der möge sich einmal die aktuelle Entwicklung unter "Weit im Osten BRB's" ansehen. Die zuletzt eingestellten Bilder vom 9. April zeigen einen Grasbewuchs, mit dem zeitgleichen Zustand in Vetschau durchaus vergleichbar. Und was macht das Paar? Es liegt das Gras einfach platt, hat quasi schon eine gratis Polsterung und hat gestern das erste Ei gelegt. Vermutlich handelt es sich um eine seltene Mutation, Störche also, die kein Gefühl in den Füssen für mögliche Staunässe haben und was sicher am schwersten wiegt, sich partout nicht an das Halbwissen einer Columbine zu halten gedenken, sondern einfach das machen was sie wollen...unfassbar ! :D

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Re: Storchensaison 2016

Beitragvon Storchenzentrum » Mo 2. Mai 2016, 20:57

Wenn Ihr mal nach Vetschau kommt, werdet Ihr sehen, dass große Flächen um den Ort inzwischen durch einen Bauern komplett unter Folie sind. Gurken, Spargel und Erbeeren werden nicht mehr ohne massiven Kunststoffeinsatz angebaut. Bei Gelegenheit poste ich Bilder.

Gruss Stefan

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Re: Storchensaison 2016

Beitragvon aperitif » Di 3. Mai 2016, 05:41

Storchenzentrum hat geschrieben:Wenn Ihr mal nach Vetschau kommt, werdet Ihr sehen, dass große Flächen um den Ort inzwischen durch einen Bauern komplett unter Folie sind. Gurken, Spargel und Erbeeren werden nicht mehr ohne massiven Kunststoffeinsatz angebaut. Bei Gelegenheit poste ich Bilder.

Gruss Stefan


Hallo Stefan,

das ist den Leuten mit Ahnung im Forum durchaus bekannt. Leider gibt es aber eine spezielle Person, die unbelehrbar ihre Auffassungen hartnäckig als die eine Wahrheit verkauft und nicht die Größe besitzt, sich zu korrigieren. Dies ist leider nicht zu verhindern, da sich jeder hier anmelden, sich als Storchenexperte verkaufen und Blödsinn verbreiten kann.

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Re: Storchensaison 2016

Beitragvon C1 » Di 3. Mai 2016, 19:37

Matthias hat geschrieben:Diesen Beitrag von der NABU Schleswig-Holstein habe ich gerade im Internet gefunden.


Bewuchs im Nest deutet auf Staunässe hin. Sie gilt es zu vermeiden.
Zur Anlockung von Störchen kann der Nestrand etwas mit weißer Deckenfarbe bestrichen werden, damit es benutzt aussieht.

Wichtig: keine Grassoden einbringen: Große Gefahr durch Nässestau ("Badewanneneffekt").

Nach Möglichkeit jährlich im März das Nest auf vom Storch eingetragene Fremdkörper (Angelschnüre, Bindegarn, Scherben, Kälberstricke, Weidezaundraht, Plastikfolien, Gummiabdichtungen, Arbeitshandschuhe, Isolierband, Netze) kontrollieren, die Nistoberfläche 5 - 10 cm tief abtragen und wieder neu mit altem Heu verfüllen.


von Matthias » Do Apr 07, 2016 19:22:35

Hier noch ein Bericht von der NABU Oldesloe

Bewohnte Nester werden in der Regel alle 3 Jahre kontrolliert und bei Bedarf gereinigt bzw. neu befüllt. Bei einigen Nestern ist das aber jährlich erforderlich, weil die Störche dort viel Silage und Grassoden einschleppen. Dieses Material verdichtet den Nestboden stark und führt zu Staunässe. Das kann man auch gut daran erkennen, wenn es im Winterhalbjahr grün auswächst.
Staunässe kann gerade in ersten Lebenwochen der Jungstörche
zu erheblichen Verlusten durch Unterkühlung führen, weil sich das schützende Federkleid noch nicht ausgebildet hat.

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Re: Storchensaison 2016

Beitragvon stiloangi » Mi 4. Mai 2016, 06:18

Die Störche interessiert das (oft auch umstrittene) Wissen der Menschen nicht. Sie suchen sich ihr Nest aus, ob mit oder ohne Gras.Nur darum wird hier noch gestritten, Adelheid, nur darum.

Und hier kannst Du noch ein wenig in Bodenstrukturen von Schleswig-H.... stöbern, denn z.B. das Eintragen von Lehmböden mit Grasbüscheln kann die Gefahr durch Staunässe erhöhen- ist also auch von den Gebieten abhängig, in denen Störche schon immer reichlich waren oder wieder angesiedelt werden ... :

https://www.umweltdaten.landsh.de/nuis/upool/gesamt/geologie/boden_sh.pdf

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Re: Storchensaison 2016

Beitragvon Frank » Mi 4. Mai 2016, 17:49

Storchenzentrum hat geschrieben:Wenn Ihr mal nach Vetschau kommt, werdet Ihr sehen, dass große Flächen um den Ort inzwischen durch einen Bauern komplett unter Folie sind. Gurken, Spargel und Erbeeren werden nicht mehr ohne massiven Kunststoffeinsatz angebaut.

Nicht zu vergessen, die gigantischen Flächen, auf denen Benzin angebaut wird. Dieses Jahr ist in der Lausitz wieder mal Raps statt Mais dran. Weniger Arbeit, mehr Verdienst, als wenn Nahrungsmittel angebaut würden ...

Bei ihrem geballten Fachwissen kann mir C1 sicher erklären, wie Störche über Jahrhunderte, in denen es weder Naturschützer, erst recht keinen NABU, keine Webcams zur Dauerbewachung, keine Hubbühnen zum besteigen der Horste, ..., gab, überhaupt überleben konnten. Wer hat ihre Horste gepflegt und jedes Grashälmchen penibel ausgezupft?

Zum Erkennen: ich begeiostere mich seit frühester Kindheit für Störche, da sie zu meiner Heimat gehören, und habe mehr als genügend beobachtet, trotzdem würde ich mich im Leben nicht erdreisten, einen unberingten Storch erkennen zu wollen. Aber Einbildung ist manchmal halt doch stärker ...

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Re: Storchensaison 2016

Beitragvon C1 » Mi 4. Mai 2016, 18:45

Kommentar gelöscht!
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